Frau Mustermann bloggt

Achtung: Sommerfest!

Veröffentlicht am 26. Juli 2019

Es war nicht meine Hand, die zu später Stunde dem erfreulichen Hintern des sooo sympathischen Kollegen einen Klaps gab. Es waren die kräftigen Fingerchen von Signor Grigio, Vorname Pinot. Tatort: Sommerfest. Ein Abend mit Wein, Weib und Gesang. Und in diesem Moment sogar all das in einer Person. Richtig, in meiner Person! Hupps.

Zum Glück ist dieses Sommerfest lange her, und schließlich lernt der Mensch (viele sagen: nur) aus seinen Fehlern. Beim sommerlichen Firmen-Feiern lassen sich ein, zwei davon zum Glück locker vermeiden.

Dauerbrenner Alkohol.

Jeder Business-Knigge empfiehlt, mit geistigen Getränken vorsichtig umzugehen. Schließlich will niemand vor Chefetage und Kollegen das Gesicht verlieren … Oder die Schlüssel. Das Smartphone. Die Hose! Einem „Vorsicht, Glas (zuviel)!“ kann man sich im Kollegenkreis nur anschließen, ob mit oder ohne eigene schlechte Erfahrungen.

Den Party-Planern und Entscheidern sei dabei ans Herz gelegt: Die Belegschaft in abgelegene Feier-Locations zu verfrachten, wo sie dann für die nächsten 4-10 Stunden nur ein bisschen sprödes Finger-Food, das „Beste“ aus den Charts und hektoliterweise Alkohol erwarten, ist – eine Schnaps-Idee! Ein Programm, bei dem man was „machen“ kann oder ein Essensangebot mit Event-Charakter bringen das Team sicher besser zusammen. Und die Firma weiter (als schlimmstenfalls bis zum nächsten Krankenhaus, Magen auspumpen)!

Social (ohne Media dahinter).

Mit dir spiel ich nicht? Och, ist doch ganz nett! Gerade Firmen, in denen nicht jeder jeden schon ewig kennt, sollten beim Sommerfest Dinge unternehmen. Quad-Fahren, Klettern, Kollegen-Speed-Dating, Live-Konzert, Casino-Besuch, Bäume pflanzen oder einfach ein paar Strikes beim Bowlen feiern: Action entkrampft und bringt das Zusammensein weit weg vom bloßen Small-Talk-Epos. Bei dem man sich ja fast am Glas festhalten MUSS, siehe oben.

Und wer sich traut, sammelt im Vorfeld mit Ansage die Smartphones ein, damit sich Einzelne nicht wegbeamen. Oder zum Beispiel jetzt schon posten, was laut Führungskraft die Sonderaktions-Knalleridee fürs Weihnachtsgeschäft sein wird … Alles schon dagewesen.

Ausziehen! Ausziehen?!

Nun mag es sicher einige geben, die gern und oft Body-Selfies machen und andere begeistert am eigenen Anblick teilhaben lassen. Ist ja auch ok. Aber lässt wirklich jede/r gern die Hüllen fallen und zeigt sich in Bikini, Boxer und Co.? Ganz entspannt und locker, Auge in Auge mit demjenigen, der einen am Vormittag noch beim Thema Finanzen an die Wand verhandelt hat? Krampfhaft Auge in Auge vor allem deswegen, weil da dieses seltsame Tattoo ist, da unten … nein, nicht hingucken.

Die Wahrheit: Sommerfeste, bei denen Badekleidung Pflicht ist, sind nicht jedermanns Sache. Jederfraus erst recht nicht! Hier sollte vom Planungsteam vorgefühlt werden, ob die Idee von der Pool-Party auch wirklich ankommt. Damit nicht plötzlich am Tag der Feier ein aggressiver Virus überraschend für Ausfälle sorgt … Sowieso ist es eine gute Idee, Aktivitäten mit Gespür dafür, wie die Kollegen ticken, auszusuchen – nicht nur nach der Nase eines einzelnen. Und das gilt auch fürs Essen, wenn man nicht möchte, dass die bodenständigeren Kollegen zwischen Quinoa und Co. verzweifelt nach einer „Currywurst-Bowl“ verlangen.

Und wie wär’s mit Balkonien?

Oder auch Terrassien? Egal, zuhause kann man’s sich auch richtig nett machen. Nicht nur im Urlaub, sondern auch als Kollegen-Event in der Firma. Endlich mal da verwöhnt werden, wo man sich sonst meistens für andere einsetzt! Mit einem Edel-Dinner im Bauch und schöner Sommerdeko vor Augen erscheint der eigene Arbeitsplatz plötzlich in ganz neuem Licht – genauso wie die Kollegen.

Feiern Sie schön!

Ihre Frau Mustermann

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