Alles anders im neuen Jahr? Wie wir mit guten Vorsätzen klarkommen.

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Alles anders im neuen Jahr? Wie wir mit guten Vorsätzen klarkommen.

Veröffentlicht am 7. Januar 2019

Wenn plötzlich überall Wasserflaschen neben den Computern erscheinen, Fitness-Apps auf dem Smartphone blinken, Kollegen mit ungewohnter Euphorie wilde Marketing-Ideen liefern und in der Raucherecke gähnende Leere herrscht, ist eine ganz besondere Zeit angebrochen: Es ist Januar, und die guten Vorsätze sind noch so frisch wie das Jahr selbst.

Das Phänomen ist kurios: Wir haben uns noch nicht vom Weihnachts- und Silvesterstress erholt, da erhöhen wir schon wieder das Level, indem wir uns ambitionierte Sport-, Abnehm- und Leistungsziele setzen. Logisch ist das nicht. Und praktisch auch nicht, denn mit ein paar Festtags-Pfunden mehr auf den Rippen joggt es sich nicht unbedingt leichter. Und sofort mit Vollgas in den Job zu starten könnte uns direkt wieder unnötigen Stress bescheren – für den sensiblen Magen ebenso wie für den empfindlichen Familienfrieden zuhause. Warum also ausgerechnet jetzt?

Veränderungen brauchen einen Nullpunkt.

Irgendwann muss man natürlich loslegen, wenn man Dinge verändern will. Und Fakt ist, dass durchaus einiges für den ersten Januar spricht: Zum Beispiel, dass wir uns zu keiner anderen Zeit im Jahr mehr mit dem Bilanzieren und der kritischen Selbstbetrachtung beschäftigen als in den Tagen, die wir so treffend „zwischen den Jahren“ nennen.

Wir reflektieren, was gut und was schlecht lief, und denken in Ruhe darüber nach, was wir besser oder anders machen könnten. Eine gute Basis! Denn am 1.1. geht alles von vorn los, der Kalender, die Jahreszeiten – und warum nicht wir selbst? Das Jahr scheint wie ein weißes Blatt Papier, unbeschrieben und voller Möglichkeiten. Kein anderer Tag im Jahr gibt sich so verheißungsvoll. Wir drücken auf „Reset“ und erfinden uns neu – ein bisschen zumindest. Wenn wir uns selbst gut kennen und uns nicht überfordern, kann das sogar klappen.

Warum viele Vorsätze noch vor dem Umsetzen sterben.

Mehr Wasser trinken, sich mehr um die Praktikanten kümmern, öfter mal kleine Pausen einlegen – das sind Vorsätze, die sich auch ohne viel Aufwand realisieren lassen. Anders sieht’s aus mit den größeren Projekten: der Marathonlauf, die Beförderung, die Gewichtsreduktion um mindestens 30 Kilo. Viele solcher hochgesteckten Ziele werden vorzeitig ad acta gelegt – oft deshalb, weil unsere Vorsätze nicht aus eigener Motivation entstehen, sondern aus einer Außensicht, die sich nicht mit unserer eigenen deckt. Konkret: Wenn ich abnehmen will, sollte das nicht daran liegen, dass mich der Partner oder die Partnerin gern dünner schöner findet. Wesentlich erfolgversprechender ist es nämlich, wenn diesem Vorsatz der persönliche Wunsch nach einem besseren Körpergefühl zugrunde liegt.

Selbstbestimmt statt fremdgesteuert: Was gute Vorsätze ausmacht.

Auch unser „innerer Richter“ ist nicht immer der optimale Antrieb für ein Neujahrsvorhaben. Wer selbst ständig der Meinung ist, ohne den besseren Job oder einen gestählten Körper nicht gut genug zu sein, sollte sich fragen, ob so ein Veränderungswunsch wirklich seinem innersten Bedürfnis entspricht. Die Erfahrung zeigt nämlich: Je stärker die Motivation aus uns selbst kommt und je weniger fremd- und kopfgesteuert sie ist, desto eher werden wir ein Vorhaben auch langfristig durchsetzen. Es lohnt also, beim Innehalten zum Jahresende ein wenig aufmerksamer in sich hineinzuhorchen! Stehen wir innerlich hinter unserem Ziel, weil wir es wirklich als sinnvoll empfinden, sind die Aussichten, auf dem richtigen Weg zu bleiben, gut. Und es gibt einige Kniffe, wie uns das gelingen kann …

So läuft’s! Wie Vorsätze zu Taten werden.

Eigene, individuelle Ziele definieren. Das kann ruhig ein bisschen länger dauern, schließlich müssen wir auch für die Umsetzung etwas Zeit einplanen.

Ziele konkretisieren. „Weniger stressen bei der Arbeit“ ist zu wenig. Besser ist es, sich ehrlich zu fragen, was den Stress verursacht und welche konkreten Möglichkeiten es gibt, ihn zu vermeiden.

Ziele aufschreiben. Das macht’s verbindlich! Ewig lange Listen sollten das allerdings nicht werden. Mit 2, 3 Vorhaben sind wir meistens schon mehr als gut gefordert.

Rückschläge einplanen. Es wird schon einen Grund haben, wenn wir etwas bis jetzt vor uns her geschoben haben. Seien wir also nachsichtig mit uns selbst, wenn es mal nicht läuft wie geplant! Generell kommt man mit kleinen Schritten auch zum Ziel – oder zum nächsten Marathon.

Verbündete suchen. Der Weg zum Ziel kann direkt mal zum Spaziergang werden, wenn wir ihn mit Menschen gehen, die uns gut tun und bestärken. Was spricht dagegen, gemeinsam die Kekse aus dem Büro zu verbannen? Oder zusammen neue Ideen im Job zu entwickeln?

Spaß haben! Selbst, wenn es manchmal schwer fällt (zum Beispiel beim „Aufhören mit dem Rauchen“). Zu manchen Themen gibt es sogar extrem lustige Bücher – es lohnt sich, dazu mal in der Buchhandlung zu stöbern.

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