Runde Sitzbank mit Holz auf einer Wiese in den Bergen

Insights

Aufgemöbelt: Setzen Sie im Outdoor-Bereich auf Substanz.

Veröffentlicht am 14. Juni 2021

Genauer: Setzen Sie auf das für Ihre Zwecke, Ihren Außenbereich und Ihre Zielgruppe richtige Material. Hier gibt es nämlich deutliche Unterschiede! Und da eine komplette Ausstattung durchaus eine Investition darstellt und idealerweise mehrere Jahre hält, lohnt es sich, nicht nur den Look, sondern vor allem auch das Material auf individuelle Passung abzuklopfen.

Hartes Pflaster oder verträumt unter dem Blätterdach?

Wie sonnig ist die Lage, wie stark die Beanspruchung, zum Beispiel durch häufigen Gastwechsel? Geht es bei Ihnen eher geschäftsmäßig zu oder soll man einfach einmal die Zeit vergessen? Wird niedlich gematscht und gekleckert oder von zumeist Erwachsenen gehobener entspannt? Bevor die Entscheidung für eine Möblierung fällt, empfiehlt es sich dringend, sich den Außenbereich und das, was hier geschehen soll, noch einmal ganz genau vor Augen zu führen: So vermeidet man Kollegen, die doch lieber drinnen bleiben, statt auf der Dachterrasse zu entspannen, und Gäste, die den Absacker lieber nebenan bestellen – da, wo man auch im Stuhl gemütlicher zusammensacken kann …

Genau hingeguckt: Diese Outdoor-Materialien kommen derzeit groß raus (oder waren nie wirklich weg).

Rattan und Polyrattan: Leichtgewichte mit viel Komfort.

Naturrattan wird aus der gleichnamigen Palme gewonnen und graut in ungeschälter Form in einem charakteristischen Farbton nach. Rattangeflecht gelingt es, sowohl flexibel als auch stabil zu sein und schon von sich aus einen leichten Polstereffekt zu bieten, wenn es in einem Stuhl verarbeitet ist. Zugleich verfügt auch Rattan über die besondere Wärme echter Hölzer. Wichtig bei Naturrattanprodukten: Keine scharfen Reiniger verwenden, sondern höchstens milde Seifenlauge. Oft reichen ein feuchtes Tuch oder eine weiche Bürste aus. Regelmäßige Pflege, z. B. mit Bienenwachs, hält die anschmiegsamen Stränge schön geschmeidig.

Polyrattan verbindet maximalen Komfort mit einem modernen Look. Das Geflecht verfügt über dieselben Pluspunkte wie sein natürliches Vorbild: Es ist flexibel, angenehm leicht und trotzdem stabil. In puncto Witterungsbeständigkeit ist es natürlichem Rattan jedoch deutlich überlegen – und damit insgesamt besser für Outdoor-Bereiche ohne Überdachung geeignet. Weder Regen noch UV-Licht greifen das Material nennenswert an. Ein Qualitätsindikator für den verflochtenen Kunststoff ist übrigens der Glasfaseranteil – er sollte nicht wesentlich unter 40 % liegen.

Gartenstuhl grau mit transparenter Bespannung

Rope: Einen Dreh bequemer.

Die wörtliche Übersetzung von „Seil“ ist inzwischen ein neuer Trend als Kernelement des Outdoor-Mobiliars. Rattan, noch einen Twist weitergedreht, könnte man sagen – denn auch hier bilden einzelne Stränge stabile Flächen. Im Außenbereich kommen dafür Kunststoffe wie Nylon, Polyethylen, Polyester oder Polypropylen zum Einsatz. Da die Oberfläche der „Ropes“ besonders dicht und porenfrei gefertigt ist, können sich Schmutz- und Staubpartikel nicht dauerhaft festsetzen. Zur Reinigung genügt oft schon klares Wasser – ein Vorteil, den gerade Gastronomen zu schätzen wissen. Die Schnüre oder Gurte können dicker oder dünner sein und auf ganz unterschiedliche Arten verknüpft: So entstehen unverwechselbare Designs, die sich ihrem „Be-Sitzer“ besonders komfortabel anpassen und zugleich superleicht sind.

Holz: Der natürliche Klassiker.

Wer sich robuste Holzmöbel für den Outdoor-Bereich wünscht, greift gern zu Hartholz, das z. B. Laubbäume wie Eiche, Buche oder Akazie liefern – heimische Nadelhölzer wie Kiefer sind hier anfälliger und weniger haltbar. Um das Holzmobiliar richtig gut aussehen zu lassen, gibt es mehrere Methoden, seinen Charakter zu stärken: Die auf Holzoberflächen wetter- und lichtbedingt entstehende Patina (Bleich- und Matteffekte) kann durch ein gleichmäßiges Abreiben absichtsvoll verstärkt werden und zum rustikalen Ambiente beitragen (Vintage-Technik). Umgekehrt hilft ein mehrmals im Jahr vollzogenes Ölen, den ursprünglichen Ton beizubehalten. Naturholz bleibt am Markt ein Dauerbrenner (bitte hier nicht wörtlich nehmen!), weil es dank seiner organischen Haptik eine ganz besondere Wärme ausstrahlt.

Metalle: Vielseitig und langlebig.

Aluminium als enorm beständiges Leichtgewicht hält mit einer hochwertigen Pulverbeschichtung gut und gern 20 Jahre intensivem Gebrauch stand, zum Beispiel in der Gastronomie. Vorsicht ist nur bei langer, starker Sonneneinstrahlung geboten – die sollte im Gastbereich vermieden werden: Aluminium kann sich stark erhitzen. Für die Alternative Edelstahl gilt dies nicht, da seine Wärmeleitfähigkeit deutlich geringer ausfällt. Zusätzlich sind hochwertige Varianten noch einmal extra-witterungsbeständig, so dass selbst Chlor- und Salzwasserpartikel vertragen werden. Gusseisen wiederum hat durch seine oft filigran-verspielte Verarbeitung nach wie vor die Begriffe „Romantik“ und „Vintage“ für sich gepachtet. Hier ist ebenfalls auf eine Qualitäts-Pulverbeschichtung zu achten, die die Lebensdauer der oft fein ziselierten Möbel deutlich verlängert.

(Polymer-)Beton: Schwer im Trend.

Ab an den Mischer! In neuer Verarbeitung und im Fusion-Design kam Beton im Outdoorbereich zuletzt zu neuem Ruhm. Beimischungen ermöglichen schmalere und leichtere Formen (als den symbolgewordenen „Betonklotz“), die den clean-sauberen Betonlook zum idealen Kombinationselement für Gartenmöbel machen. Inspirierend für Designer und in neuen Gastro-Konzepten ein gern gesehener Gast!

Damit im Outdoor-Bereich > alles sitzt:
Viel Spaß beim Planen und Stühlerücken!

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