Bakterien, Viren, Keime im Büro

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Bakterien-Party & Keim-Versammlung: Das Office lebt!

Veröffentlicht am 17. September 2018

Sie halten öffentliche Toiletten für unhygienisch und Ihr Büro für eine saubere Sache? Unterziehen Sie Ihre Meinung einer kritischen Prüfung: Wissenschaftler der Universität Arizona fanden nämlich auf durchschnittlichen Tastaturen und Bildschirmen 400 Mal mehr Keime als auf unseren Toiletten-Sitzen.

Unappetitlich, aber wahr: Was sich auf den Tastaturen im Office tummelt, ist unserer Gesundheit nicht unbedingt zuträglich. Die Schreib-Keyboards sind wahre Keim-Zuchtstationen und Viren-Schleudern – umso mehr, wenn sie von mehreren Menschen genutzt werden.

Chips vor dem Rechner? Lieber nicht.

Mittagspausen-Brötchen vor dem Computer, Nervennahrung beim E-Mail-Check – für viele von uns gehört das zum Alltag. Gerade darin aber sehen Wissenschaftler die größte Schmutz- und Bakterienquelle: Mahlzeiten, die quasi direkt über der Tastatur eingenommen werden, lassen unvermeidlich Essensreste zurück. Und die begünstigen das Wachstum der Keime oder fügen der Keim-Versammlung auf unserer Tastatur direkt noch ein paar Kollegen hinzu.
Wer allein arbeitet, ist im Vorteil: Die Forschungen zeigen deutlich, dass ein Büro-Computer, der nur vor einer Person genutzt wird, weit weniger keimgefährdet ist als zum Beispiel ein Krankenhaus-PC, auf den eine Vielzahl von Menschen zugreift. Eigentlich keine Überraschung – schließlich bringt jeder von uns seine ganz persönlichen Keime ins Spiel.

Bester Schutz: saugen, sprayen und Hände waschen

Das Händewaschen nach dem Toilettenbesuch sollte eigentlich die Regel sein. Dennoch zählt der Verzicht darauf als einer der wichtigsten Verursacher von Bakterien-Biotopen auf Bildschirm und Tastatur! Die effektivsten Gegenmittel:

• regelmäßiges Staubsaugen der Tastaturen (am besten mit feiner Saugdüse)
• Hochdrucksprays zur intensiven Reinigung
• Desinfektionsmittel in Sprayform oder als Tücher

Gesunden Menschen macht übrigens die Belastung durch Keime in der Regel nichts aus. Anders sieht es aus bei Kranken, Geschwächten oder anfälligen Menschen: Für sie könnten die kontaminierten Keyboards zum Problem werden. In manchen Kliniken werden deshalb mittlerweile spezielle Hygiene-Tastaturen mit einer keimabtötenden, antibakteriellen Oberflächenbeschichtung genutzt. Bedenkt man, dass die Erkältungszeit mit großer Verlässlichkeit jedes Jahr wiederkommt, dürfte aber auch im Büro der Griff zum Desinfektionsspray leicht fallen …

Der Bürostuhl – eine Kuschelzone für Keime

Grundsätzlich ist jedes Büro von Tausenden von Bakterien besiedelt. Schon weil wir ständig über Körper, Kleidung oder Schuhe neue Keime ins Office schleppen! Das stellte auch eine Untersuchung der San Diego State University fest: Die Forscher untersuchten Oberflächen von insgesamt 90 Büros. Das Resultat: Die meisten Bakterien fanden sich auf Stühlen und Telefonen.
Warum Stühle stärker belastet sind als Computermäuse? Hewitts Studie zufolge bietet der Bürostuhl den Bakterien auch deshalb einen guten Lebensraum, weil die Polster auf keimfreundliche Temperaturen erwärmt werden – einfach dadurch, dass man auf ihnen sitzt.

Mikroben-Meeting im Männerbüro

Besonders interessant: Die Dichte der Keimbesiedlung war in den Männerbüros deutlich höher. Die Forscher lieferten dafür zwei mögliche Erklärungen: Männer, so die Wissenschaftler, seien Studien zufolge weniger gründlich in Sachen Händewaschen und allgemein weniger reinlich. Es könne jedoch auch sein, dass es einfach an der höheren Körpergröße der Männer liege: Denn je größer jemand ist, desto mehr Keime tummeln sich auf ihm, und desto mehr von ihnen kann er im Büro „verlieren“. Na gut, das glauben wir jetzt mal … Trotzdem: Händewaschen kann nicht falsch sein – auch für Männer.

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