Eintauchen ins Weihnachtsgefühl: Was Schaufenster erzählen

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Eintauchen ins Weihnachtsgefühl: Was Schaufenster erzählen

Veröffentlicht am 26. Oktober 2018

Flocken wirbeln durch die märchenhafte Schneelandschaft. Vor der Schaufensterscheibe stehen Kinder, die interaktiv ein verschnörkeltes Luftschiff steuern: Das kämpft sich durch den Schneesturm nach oben, um die Weihnachts-Wünsche der Kids abzuliefern. Wer’s geschafft hat, seinen Wunschzettel via Touch Membran an den Verantwortlichen im Schaufenster-Himmel zu leiten, darf sich direkt seine Belohnung abholen – im 5. Stock der Kaufhaus-Filiale.

Spektakuläre Inszenierung oder genialer Marketing-Trick? Was diese Kaufhauskette im vorletzten Jahr in der weihnachtlichen Frankfurter Innenstadt zur Schau stellte, war beides: Eine interaktive Wunderwelt, die die begehrte Zielgruppe der Kleinsten mühelos vor dem Schaufenster fesselte. Und eine Mechanik, mit der jegliche Schwellenangst ausgehebelt wurde – schließlich gab’s im 5. Stock eine Belohnung abzuholen. Dass die Eltern hier ganz nebenbei auch ihre Weihnachtseinkäufe erledigen konnten, versteht sich von selbst.

Magische Welten mit magnetischer Anziehungskraft

Schaufenster – das sind heute Bühnen, die möglichst aufmerksamkeitsstark bespielt werden wollen und können. Vor allem zur Weihnachtszeit. Denn schon lange wird in den Schaufenstern der großen Ketten und Konzerne nicht mehr nur geschaut: Vielmehr geht es um das Mitmachen und Erleben, um Träume, Geschichten und Themenwelten, die den Betrachter in ein neues Universum entführen. Das war nicht immer so …

Von der Produkt-Auslage zum Shopping-Highlight

Erinnert sich noch jemand an die Schaufenster der 70er? Eng drängten sich die neuesten Produkte in der Auslagefläche, nur die sorgsam platzierten Preisschildchen fanden noch Platz. Der Raum musste schließlich genutzt werden! Oberstes Ziel war oft eine maximale Anzahl an Artikeln auf minimaler Fläche. Gerade zu Weihnachten ging es lange darum, Preis und Leistung möglichst eindeutig an den Mann (und die Frau) zu bringen.

Heute kann auch ein einziges gekonnt inszeniertes Objekt das Weihnachts-Schaufenster zum Kundenmagneten machen. Zu verdanken ist das nicht nur den wechselnden Trends und Konsumgewohnheiten, sondern auch den Erkenntnissen, die wir in den letzten 50 Jahren zum Thema Kundenbindung gewonnen haben: Wie wird der Blick gelenkt? Was soll das Fenster leisten? Wie will sich das Geschäft präsentieren? Im Kundenkontakt ist das Schaufenster heute einer der wichtigsten Touchpoints.

Schaut her! Über Stapelfenster, Anlassfenster, Prestigefenster …

Die grundsätzlichen „Schaufenster-Typen“ und ihre Mischformen sind in den vorweihnachtlichen Inszenierungen nicht anders als in der Frühlings- oder Sommersaison. Wer den Beruf des Schauwerbegestalters erlernt, dürfte mit den Begriffen bestens vertraut sein:

Das Stapelfenster
Hat noch am ehesten mit der ungeschönten Warenfülle der ersten Schaufenster zu tun. Hier zeigt man, was man auf (oder im) Lager hat – angeordnet in Stapeln, Türmen, Blöcken oder auch Regalen. Zu Weihnachten suggeriert das Stapelfenster: Hier gibt’s preisgünstige Ware im Überfluss!

Das Anlassfenster
Setzt saisonabhängige Artikel in Szene und stimmt die Gestaltung darauf ab: Zu Weihnachten sind das zum Beispiel die Märchenfenster der großen Kaufhausketten. Oder auch Erkältungsprodukte, die eine Apotheke im Umfeld von Schneemann, Schlitten und Schneegestöber präsentiert.

Das Prestigefenster
Rückt einen einzigen Artikel in den Mittelpunkt, drumherum ist nur noch Deko. Gut gemacht, kann das ein echter Blickfang sein! Besonders wichtig: Ambiente und Materialien sollten edel und reduziert sein, um dem Highlight-Produkt Raum zu geben.

Das Plakatfenster
Wird auch „produktfreies Schaufenster“ genannt – warum, ist offensichtlich: Plakate dienen als Werbeträger im Fenster und kommunizieren die Vorteile des Sortiments nach außen. Häufig wird das Produkt auch daneben, davor oder dahinter platziert.

Daneben kursieren Begriffe wie „Phantasiefenster“ (besonders kreative Gestaltung), „bedarfsorientierte Schaufenster“ („Alles für den Hund/ das Kind/ den Urlaub …“), „Themenfenster“, „Übersichtsfenster“ und und und … Die Definitionen sind so vielfältig wie die Schaufenster selbst. Wer dabei ein paar grundsätzliche Regeln beachtet, kann sein Schaufenster zu einem Blickfang machen, der nicht nur Kunden anzieht, sondern auch das Unternehmen selbst überzeugend repräsentiert. Welche Regeln das sind, erfahren Sie in unseren „Dos und Don’ts der Schaufenstergestaltung“.

Christmasworld in XXL: Zu Weihnachten darf’s opulenter sein!

Wer wissen will, was in Sachen Weihnachts-Schaufenster angesagt ist, besucht die Christmasworld in Frankfurt am Main – mit rund 1.000 Ausstellern aus 40 Ländern ist sie die Weltleitmesse für Dekoration und Festschmuck. Jedes Jahr Ende Januar werden hier unter anderem die Trends der kommenden Weihnachtssaison gezeigt. Und die lauteten für 2018: vivid heritage, eclectic gathering, balanced sobriety, splendid history.

Wem das zu abstrakt ist: Auf der Messe gab’s Quallen, Korallenfische und Muscheln am Weihnachtsbaum, Waldtiere und Lamas im Glitzerkleid, fleischfressende Pflanzen im Glas als weihnachtliche Give-aways … Weihnachten sei dieses Jahr stark von der Natur- und Pflanzenwelt inspiriert, hieß es nach erfolgreichem Abschluss der Veranstaltung. Sterne, Kugeln und Rentiere sind allerdings Klassiker – und bleiben. Wie beruhigend!

(Schaufenster-Inszenierung Frankfurt 2016: Galeria Kaufhof)

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