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Groß denken, regional handeln: Was kleinen Betrieben jetzt den Rücken stärkt.

Veröffentlicht am 20. April 2020

Image-Fehltritte und Mitnahme-Effekte großer Konzerne beschäftigten zuletzt die Öffentlichkeit – so kritisch war man selten mit ihnen. Die aktuellen Entwicklungen hinterlassen ihre Spuren, und wir blicken mit anderen Augen auf die Wirtschaft: Unsere globale Vernetzung zeigt ihre Schattenseiten, das Streben nach Maximalprofit wird nicht zum ersten Mal hinterfragt. Gleichzeitig rücken regionale Unternehmen stärker in den Fokus. Welche Chancen haben sie, jetzt das Vertrauen ihrer Kunden zu stärken?

Wenn es um Werbung und Marketing geht, neigen wir schnell dazu, den Blick auf die überregionalen Konzerne und ihre Kampagnen zu richten. Doch immer deutlicher wird, dass „groß & global“ nicht automatisch Sympathiepunkte bringt: Lokale Betriebe mit ihrer regionalen Verortung haben zuletzt an Wertschätzung und Aufmerksamkeit gewonnen, werden solidarisch unterstützt und vernetzen sich untereinander. Viele von ihnen sind von der Krise empfindlich getroffen – dennoch haben sie Vorteile auf ihrer Seite, die ihnen jetzt und zukünftig helfen können.

Netzbeutel statt Plastik: Schneider

Regional unterwegs – aus Solidarität und Überzeugung.

Eine neue Welle der Solidarität ist angerollt unter Nachbarn und Kollegen, mit Alten und Kranken, generationenübergreifend. Ein Gefühl, das sich auch auf Läden und Unternehmen unserer unmittelbaren Umgebung erstreckt: Zusammenhalten – das ist zwar aktuell ein vielzitierter Begriff, aber er trifft den Nerv der Zeit. Wer im selben Boot (oder auch in derselben Stadt oder Straße) sitzt, solidarisiert sich noch lieber! Hinzu kommt der Trend zu Regionalem, sei es nun Essen oder auch Handwerk, der sich schon länger abzeichnet – die Corona-Pandemie wirkt hier fast wie ein Katalysator. Für kleine Unternehmen ist das ein wertvoller Vertrauensvorschuss: Einer, der dazu einlädt, nicht nur auf Qualität und Service zu achten, sondern auch darauf, den Kontakt zu den Kunden besonders zu pflegen.

Fruchtgummi Schneider

Die Menschen kennen, nicht die Zielgruppe.

Wer stark lokal verwurzelt ist, kennt seine Kunden. Nicht per E-Mail, sondern aus dem Kindergarten oder vom Nachbarschaftstreff, nicht erst seit gestern, sondern oft schon seit Jahrzehnten. Selbst ein Unternehmen, das „erst“ 10 Jahre vor Ort ist, verfügt meist über einen gewachsenen Kundenstamm, der von persönlichem Kontakt geprägt ist. Genau diese Kontakte sind es, die zielführende Werbemaßnahmen ermöglichen: Wissen, was die Menschen bewegt, worauf sie Wert legen, was sie brauchen, wie sie angesprochen werden wollen. So kann man – nicht nur angesichts der Corona-Krise – gezielt auf Themen aufsetzen, die ankommen, kann direkt und authentisch kommunizieren und werben.
Keks mit Logo: Schneider
Die Pandemie ließ Werbebudgets vielerorts rasant schrumpfen. Doch auch mit wenig Aufwand können kleine Betriebe ihre Kunden schnell und nachhaltig erreichen:

Klassisch über regionale Radiosender, die erfreulich kontaktlos funktionieren und im Vergleich zum TV ein besonders günstiges Preis-Leistungs-Verhältnis bieten.

Direkt, z. B. über ausgesuchte Werbeartikel, die zu Adressat und Absender passen. Wer nach dem Shutdown wiedereröffnet, kann sich z. B. bei seinen Kunden mit kleinen gebrandeten Give-aways für ihre Treue bedanken.

Schlüsselanhänger mit Zollstock

Im Schaufenster – das geht auch, wenn der Betrieb (noch) geschlossen ist: Hier können nicht nur Produkte, sondern auch ermutigende Botschaften für die Kunden platziert werden.

Als Sponsor lokaler Vereine – z. B. mit einer Botschaft, die zunächst auf Website und Social Media, später dann auch auf dem Fußballshirt erscheint.

Über Services, die jetzt Sinn machen: Regionale Betriebe wissen gut, wo genau Hilfe gebraucht wird, z. B. mit einem Lieferservice. Den Kunden bei dieser Gelegenheit auch kleine praktische Werbeartikel mitzuliefern – das ist eine Geste, die ankommt.

In sozialen Medien: Halten Sie den Kontakt und die Kunden online auf dem Laufenden!

Vernetzt in der Region – statt mit aller Welt.

Die Vernetzung über soziale Medien ist für kleine Betriebe zum wichtigen Instrument geworden, auch was die Solidarität der Händler untereinander betrifft. So will zum Beispiel der neue Online-Marktplatz „Lokal Konsum“ bewusst den lokalen Handel unterstützen: Hier können Shops ohne Zwischenschritte direkt Umsatz generieren, Produkte versenden oder zur Abholung bereitstellen – das Team arbeitet deutschlandweit ehrenamtlich. Immer mehr Online-Unternehmen bieten dem stationären Handel jetzt zudem kostenlose Online-Shops oder Hilfe beim Einrichten eines Lieferservices, andere schalten gratis Werbung auf Facebook und Instagram, schnüren Care-Pakete für den Einstieg ins Online-Geschäft oder ermöglichen Gutschein-Angebote über Portale wie „Pay now, eat later“: Die Liste ist mittlerweile erfreulich lang und kann für einzelne Unternehmen echte Hilfen bieten.

USB-Stick Schneider

Da sein als regionaler Arbeitgeber.

Auch das zeichnet die Unternehmen vor Ort aus: Als Wirtschaftsfaktor sind sie für die Region wichtige Stabilisatoren. Gleichzeitig kommt ihnen eine große Verantwortung zu, wenn viele Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in der aktuellen Situation um ihren Job bangen: ein schwieriger Balanceakt! Wer jetzt zeigt, dass er die Sorgen der Belegschaft ernst nimmt, kann langfristig nicht nur Herzen gewinnen, sondern auch neue Unterstützer und Kunden. Sicher ist, dass auch das viel Fingerspitzengefühl erfordert – und mehr denn je kreative Ansätze und ein Gefühl für die Menschen vor Ort.

Groß denken, das geht auch im Kleinen.

In Zeiten wie diesen merken wir, wer für uns da ist und wer nicht. Wir merken, wie sinnvoll die digitale Vernetzung ist und lernen gleichzeitig den regionalen Zusammenhalt neu zu schätzen. Beides kann eine Chance für lokale Händler und Betriebe sein, mit kleinen, bewussten Schritten nach vorn zu denken – für die Menschen vor Ort und mit ihnen gemeinsam.

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