Inspiration mit Infrastruktur: Co-Working-Spaces für kleine und mittelständische Unternehmen.

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Inspiration mit Infrastruktur: Co-Working-Spaces für kleine und mittelständische Unternehmen.

Veröffentlicht am 7. Juni 2019

Co-Working statt Einzelbüro, kreativer Austausch statt Dienst nach Plan: Was zunächst nur Freelancer und wilde Start-ups ausprobierten, ist heute auch für KMU, die ein erschwingliches Büro suchen, zur echten Alternative geworden.

Co-Working-Spaces und Digitalisierung gehören zusammen: Die rasante Entwicklung der Spaces in unseren Großstädten ist untrennbar verbunden mit dem digitalen Fortschritt in unserer Arbeitswelt. Co-Working-Spaces verbinden digitales Leben mit dem Anspruch, nachhaltiger und ressourcenschonender zu arbeiten, Innovation und gegenseitige Inspiration zu fördern, neue und flexiblere Wege des Arbeitens zu ermöglichen. Und das kommt an: Immer mehr kleine und mittelständische Betriebe entdecken, dass eigene Büroräume – mit allem, was ihre Anmietung so mit sich bringt – nicht die einzige Möglichkeit sind, sich in zentraler Lage niederzulassen.

Große Co-Working-Spaces wie WeWork, Betahaus & Co. stellen sich auf diese Klientel ein und bieten Teams nicht nur einzelne Schreibtische, sondern auch separate Büros oder sogar ganze Etagen zur Nutzung im lebendigen Co-Working-Umfeld. Aber was genau bringt es dem Unternehmen – und wo gilt es, genau abzuwägen? Wir werfen einen Blick auf Vorteile und Risiken der modernen Arbeitskultur.

All inclusive – von Internet bis Reinigung.

Wer schon einmal in München oder Hamburg ein Büro in Innenstadtlage gesucht hat, weiß: Räumlichkeiten im Co-Working-Space sind nicht nur günstiger, sondern auch unkomplizierter anzumieten. Unschlagbares Plus für Unternehmen sind inkludierte Posten wie z. B. IT-Umgebung, Raumpflege und Möbel- bzw. Geräte-Ausstattung. Nebenkosten wie Strom und Wasser sind ebenso inbegriffen wie die voll ausgerüstete Küche und – je nach Anbieter – Zusatz-Optionen wie Beamer oder Fitnessräume.

Tipp: Wer die Wahl hat, sollte genau hinsehen, was wo im monatlichen Preis enthalten ist und was man wirklich nutzen wird. Viele Zusatz-Leistungen kosten extra, z. B. die kurzfristige Anmietung großer Konferenzräume.

Mehr Flexibilität – von Raumnutzung bis Kündigungsfrist.

Co-Working ist Share Economy, wie sie im Buche steht: Die knappen Innenstadtflächen werden ebenso effizient genutzt wie Küchen, Meetingräume und 3D-Drucker. Das senkt die Kosten für alle und maximiert gleichzeitig die Nutzungsoptionen für den einzelnen.
Ebenso flexibel sind auch die vertraglichen Kündigungsfristen bei der Anmietung. Statt sich langfristig festlegen zu müssen, sind 3-Monats-Fristen (oder kürzer) durchaus üblich – ein Vorteil für alle, die beweglich bleiben wollen.

Tipp: Häufig sind Co-Working-Räume eine gute Übergangslösung für Unternehmen, die sich noch nicht festlegen können oder wollen.

Austausch – von Kaffeepause bis Kooperation.

Wer sich öffnet, bleibt im Job kreativ und beweglich. Co-Working-Spaces bieten dafür alle Möglichkeiten: Ob man sich beim Kaffee mit dem Start-up aus dem Nebenbüro austauscht, mit Freelancern über digitale Tools fachsimpelt oder direkt neue Mitarbeiter fürs eigene Unternehmen wirbt, die Kommunikation ergibt sich oft ganz von selbst. Co-Worker lernen voneinander und entwickeln oft eine eigene Dynamik, aus der schon spannende Projekte hervorgegangen sind.

Tipp: Manche Unternehmen fürchten, dass damit eine ständige Unruhe einhergehen könnte, die sich negativ auf die Arbeit auswirkt. Eine überflüssige Sorge: Räumlichkeiten für Teams und Firmen sind meist so angelegt, dass ein ungestörtes Arbeiten gewährleistet ist. Auch für Nutzer der offenen Spaces gibt es oft entsprechend gekennzeichnete Bereiche.

Inspiration – von Vortragsreihe bis Yoga-Session.

Neben dem persönlichen Austausch bieten große Co-Working-Spaces oft weitgefächerte Angebote für ihre Mieter. Das sind einerseits berufsorientierte Themen wie z. B. Vortragsreihen, Diskussionsabende mit bekannten Referenten oder Start-ups mit spannenden Ideen, die sich vorstellen. Andererseits werden oft Extras fürs Wohlbefinden geboten, vom regelmäßigen „Wellness-Wednesday“ bis zur Yoga-Session. Kurz, man ist gern ganzheitlich orientiert – und legt Wert auf eine ausgewogene Work-Life-Balance.

Tipp: Wie sehr man solche Angebote für sich nutzen will, muss jeder im Team für sich selbst entscheiden. Freiwilligkeit ist Teil des Konzepts: Nicht jeder möchte seine freie Zeit im Co-Working-Space verbringen, und auch das sollte ok sein.

Freie Platzwahl – von Meeting-Raum bis Telefon-Nische.

Neben Büros in unterschiedlichen Größen hat man als Co-Worker Zugang zu gemeinschaftlich genutzten Räumen, die das passende Umfeld für fast jede Aufgabe und Arbeitssituation bieten. Bequeme Lounges fürs Gespräch, Kreativräume zum Brainstormen, schalldichte Telefon-Nischen, Plätze zum Zurückziehen, Cafés … Mitarbeiter haben damit die Möglichkeit, immer mal wieder den eigenen Schreibtisch zu verlassen – und so in jeder Hinsicht beweglich zu bleiben.

Vernetzt – von Nahverkehr bis Standortwahl.

Fast alle Co-Working-Spaces befinden sich in zentraler Lage. Damit machen sie Co-Workern und Kunden die Anfahrt leicht und tragen direkt zum Umweltschutz bei: Der Arbeitsplatz ist problemlos mit Fahrrad und öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Gleichzeitig bieten sie Unternehmen eine gute Adresse – und eine hervorragende Ausgangsbasis für vieles, was außerhalb der Arbeitsumgebung stattfinden soll.
Die internationalen unter den Co-Working-Spaces trumpfen darüber hinaus mit einem weiteren Pluspunkt auf: Ihre Mitglieder haben Zugang zu allen Standorten von Shanghai bis New York.

Tipp: Wer als kleines Unternehmen auf dem Lande nach Co-Working-Spaces sucht, hat es nicht leicht: Die großen Player sind ausschließlich in den Metropolen zu finden, Spaces außerhalb wenden sich eher an Freelancer oder digitale Nomaden. Ein Ausweg dürfte der Schulterschluss mit anderen Interessierten sein – auf diese Weise wurden schon manch neue Co-Working-Spaces gegründet.

Die Sache mit dem Employer Branding …

Keine Frage, das Arbeiten im modernen Co-Working-Space bringt auch für kleine und mittelständische Unternehmen viele Vorteile mit sich. Wenn es allerdings um das Thema Employer Branding geht, wird es knifflig: Einerseits wirkt ein bekanntes Co-Working-Space mit Top-Adresse und zahlreichen Benefits auch nach außen als attraktiver Arbeitgeber-Standort. Andererseits ist das Arbeitsumfeld, egal ob in der Möblierung oder im täglichen Miteinander, vom Stil des Co-Working-Space geprägt – und nicht von dem der eigenen Firma. Wie sich das auf die Unternehmens-Identität auswirkt und wie sich unter diesen Bedingungen das Gefühl der Zusammengehörigkeit innerhalb einzelner Firmen entwickelt, ist bislang noch nicht umfassend untersucht worden. Interessant wäre es allemal.

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