Kleine Geste, große Wirkung: Über das Lächeln am Arbeitsplatz

@Work

Kleine Geste, große Wirkung: Über das Lächeln am Arbeitsplatz

Veröffentlicht am 5. Oktober 2018

Ein Lächeln ist ein Lächeln ist ein Lächeln? Falsch: Gerade im Job gibt es so viele verschiedene Lächel-Arten wie Kollegen im Großraumbüro.

Wir lächeln dankbar, wenn die Chefetage im Sommer eine Runde Eis springen lässt. Wir lächeln hochmotiviert, wenn der Kunde zu Besuch ist. Und nachsichtig, wenn der Praktikant schon wieder mit dem Papierstau im Drucker kämpft. Richtig wohltuend wird ein Lächeln aber erst, wenn es weder kalkuliert noch absichtsvoll, weder angestrengt noch angeknipst ist: Sondern einfach freundlich – ohne Routine, ohne Zwang, ohne doppelten Boden.

Das Arbeitsklima spricht für den Job – oder gegen ihn.

Lächeln spiegelt so ehrlich wie kaum etwas die Atmosphäre in einer Arbeitsumgebung. Und die ist oft noch wichtiger als die Arbeitszeiten, die Stadt oder ein paar Euro mehr auf dem Gehaltszettel: Für viele ist das Klima am Arbeitsplatz das entscheidende Argument, zu bleiben oder sich neu zu orientieren, sich zu bewerben oder nicht.
Unbestritten ist, dass Unternehmen selbst viel dafür tun können. Manche organisieren aufwändige Firmen-Events, die das Gemeinschaftsgefühl stärken sollen, andere stellen Feelgood-Manager ein. Alles gute Ansätze! Was aber oft vergessen wird, ist, dass jeder einzelne mit wenig Aufwand viel zu einer besseren Arbeitsatmosphäre beitragen kann – egal, ob in der Chefetage oder als Praktikant. Was zum Beispiel spricht dagegen, einfach mal einen Kuchen mitzubringen, obwohl keiner Geburtstag hat?

Der Kuchen fürs Team ist nicht nur lecker, sondern auch ein Signal.

So ein Signal sagt: Ihr seid mir wichtig, und ich möchte, dass wir zusammen eine gute Zeit haben – nicht erst nach ein paar Gläsern Wein auf der Betriebsfeier, sondern jeden Tag. Hier an diesem Schreibtisch!
So ein Kuchen ist wie ein freundliches Lächeln, das nichts will außer vielleicht, andere anzustecken. Und natürlich muss es kein Kuchen sein: Ein Lächeln ist es auch, wenn wir den Brief vom Kollegen zur Post mitnehmen, uns nach der Familie erkundigen, andere mit dem Auto mitnehmen, der Kollegin sagen, wie toll wir ihre Präsentation fanden … Klingt simpel und ist es auch.

Unterlassene Freundlichkeit – nicht strafbar, aber schädlich.

Für viele sind solche Gesten selbstverständlich. Die Erfahrung zeigt aber auch: Lästern und Meckern gehört in vielen Arbeitsumgebungen zum unguten Ton – es ist ja so leicht! Kleine Spitzen und Nachlässigkeiten werden so alltäglich, dass sie gar nicht mehr auffallen. Und dann all die Dinge, die wir NICHT tun – schließlich kann uns das später keiner vorwerfen: Das Nicht-Zuhören, wenn ein Kollege von seiner großen Idee erzählt. Das Nicht-Mitnehmen der neuen Kollegin zur Mittagspause. Das Nicht-Ansprechen der neuen Haarfarbe, mit der die Kollegin heute im Büro erscheint … Alles so halb absichtlich, aber ganz schön schädlich – fürs Zusammensein am Arbeitsplatz, für die Gesundheit und für das Gefühl, mit dem wir jeden Morgen zur Arbeit aufbrechen.

„Das Betriebsklima ist das einzige Klima, das du selbst bestimmen kannst.“

Der Autor dieses Satzes ist unbekannt, Recht hat er aber auf jeden Fall: Wer etwas tun will, um Situation und Lächel-Frequenz zu verbessern, hat eine Menge Möglichkeiten! Zum Beispiel …

Miteinander reden, schnacken, plaudern. Und zwar direkt und nicht nur über E-Mail. Persönliche Kommunikation ist das A und O, wenn man schlechte Stimmung vermeiden will!

Einander helfen. Beim Zusammenbauen des Schreibtischs, beim Strukturieren komplizierter Dokumente, beim Ausräumen der Spülmaschine und und und … Anbieten sollten wir’s auf jeden Fall.

Gemeinsam essen. Tatsächlich hat die Nahrungsaufnahme einen ungemein positiven Einfluss auf das Miteinander. Egal, ob man sich jetzt in der Kantine zusammensetzt, selbstgebackene Kekse mitbringt oder mit dem Kollegen zum Kiosk um die Ecke geht.

Miteinander spielen. Lächel-Faktor 10! Im Betrieb geht das am Kicker oder Billardtisch, außerhalb der Arbeit beim Squash oder Doppelkopf. Und natürlich gehört auch das spielerische Miteinander dazu – nicht alles bierernst zu nehmen, ist das beste Mittel gegen dicke Luft.

Bitte und Danke sagen. Ruhig üppig dosieren – zuviel davon geht eigentlich nicht.

Bringen Sie den Stein einfach mal ins Rollen.

Lächeln statt Lästern kann man üben. Sicher ist aber auch, dass es hier nicht um grundsätzliche strukturelle Probleme im Betrieb geht: Die lassen sich mit einem Lächeln allein bestimmt nicht lösen. Vielmehr ist es die alltägliche, menschliche Seite des Miteinander-Arbeitens, auf die wir alle Einfluss haben. Wenn hier eine echte Freundlichkeit zum Alltag wird, kommen manchmal noch ganz andere Prozesse in Gang … Ausprobieren lohnt sich auf jeden Fall!

Teil diesen Beitrag mit deinen Bekannten und Kollegen!