Goldenes Besteck auf einem weißen Teller

Big Business

Mitgehen beim Mitgehenlassen: „Souvenirs“ aus der Herberge – und wie aus der Not eine Tugend wird.

Veröffentlicht am 17. Dezember 2021

Das Handtuch mit dem Krönchen-Logo, das Lavendel-Shampoo, der Kugelschreiber … Die Andenken aus dem Hotel bewegen sich gefühlt in einer Grauzone zwischen Souvenir, Mitnahmeartikel und Diebesgut. Warum können so viele Gäste kaum widerstehen, wenn es um die hübschen Extras mit dem Branding geht?

Hand aufs Herz: Haben Sie schon einmal – ganz dezent – die Hotel-Pantoffeln in den eigenen Koffer geschoben? Falls nicht, so kennen Sie bestimmt jemanden, der damit überhaupt kein Problem hätte. Dabei dürfte man EIGENTLICH nicht mal das kleine Shampoo aus dem Bad mitnehmen …

orangefarbene Reisetasche

Status Quo: Mitgenommen wird (fast) alles.

Meist sind es Gäste, die im Alltag absolut regelkonform leben und jeden Diebstahl entrüstet von sich weisen würden. Sie nehmen nicht nur Seife und Notizblock, sondern häufig auch den flauschigen Bademantel, die exklusiven Kleiderbügel und das edle Besteck mit nach Hause, wo die Beute keinesfalls unauffällig in den Haushalt einmassiert wird: Gern präsentiert man die Mitbringsel mit einem gewissen Stolz – „ist original vom Strandhotel“ klingt eher nach Gütesiegel als nach dem Eingeständnis einer nicht wirklich legalen Handlung. Was und wieviel mitgenommen wird, variiert von Haus zu Haus: „Generell scheint in kleineren oder sehr persönlich geführten Hotels weniger geklaut zu werden als in großen, anonymeren Häusern“, bemerkte vor einiger Zeit die „Süddeutsche“.(1) Kleiner Trost für geplagte Gastgeber: Jeder entwendete Artikel mit Branding ist ein Stück Werbung in eigener Sache!

Kriminelle Motive haben die wenigsten, aber was das „Mitgehen lassen“ im Hotel so viel leichter macht als z. B. im Geschäft, lässt sich nur vermuten. Sicherlich spielt der Wunsch eine große Rolle, das komfortable „Zuhause auf Zeit“ in die eigenen vier Wände mitzunehmen, zumindest einen Teil davon: ein bisschen Hotel-Gefühl im Alltag, ein Hauch von Luxus, wenn der Urlaub längst vorbei ist … Viele der hoteleigenen Artikel sind heute zudem von besonders hochwertiger Qualität und bewähren sich, wo immer sie zum Einsatz kommen.

Zwei Stapel mit bunten Handtüchern

Beim Handtuch drückt mancher ein Auge zu, …

… beim Wandgemälde, Fernseher oder gar Klavier (auch das passiert!) ist die Toleranzgrenze der meisten Hoteliers dagegen weit überschritten. Dabei ist die Gesetzeslage – eigentlich – klar: Selbst Kugelschreiber und Bodylotion gehören grundsätzlich dem Hotel und sollen auch dort benutzt werden – nicht zuhause. Doch auch wenn z. B. Kosmetikartikel nicht als Gratis-Souvenirs vorgesehen sind, geben sich Hoteliers hier üblicherweise kulant und kalkulieren von Anfang an einen gewissen Verlust mit ein.

Schwieriger wird‘s bei Gebrauchsgegenständen wie z. B. Bademänteln, Handtüchern oder Bettwäsche, also Artikeln von einem etwas höheren Wert. Dabei sind laut einer „Wellness Heaven“-Umfrage unter Hoteliers aus dem Jahr 20192 gerade Handtücher das mit Abstand meistgeklaute Hotel-Accessoire.(2) Die meisten Hotels scheuen sich aus nachvollziehbaren Gründen, solche Diebstähle aufwändig nachzuverfolgen und zur Anzeige zu bringen. Diebstahl bleibt es trotzdem! Auch deshalb setzen immer mehr Unternehmer darauf, ihre Artikel offiziell zum Kauf anzubieten – mit wachsendem Erfolg.

Branded Merchandise: Aus der Not wird eine Tugend.

Merchandise-Artikel boomen: Exklusiv kaufen statt heimlich mitzunehmen ist hier das Motto, und für so manche Hoteliers hat sich dieser Dreh längst zum lukrativen Zusatzgeschäft entwickelt – das gerade in Pandemiezeiten immer wichtiger wird. Denn der eigene Shop, im Hotel vor Ort und auf der Website platziert, macht das Logo zum begehrten Markenzeichen auf Taschen und Bechern, Handtüchern und Statement-Shirts. Immer mehr Gäste sehen in den käuflichen Artikeln eine willkommene Alternative zum 08/15-Souvenir: Das exklusive Andenken an einen (hoffentlich) unvergesslichen Aufenthalt macht diesen umso mehr zum Erlebnis! Etwas von diesem Erlebnis mitzunehmen hält die Erinnerung frisch – und färbt nicht nur auf den Gastgeber positiv ab, sondern auch auf den Gast selbst.

Acht bunte Thermobecher in einem hölzernen Regal

Gäste zu Fans machen – mit Artikeln, für die man gern mal Geld ausgibt.

Der Trend hält an, und er inspiriert immer mehr Hoteliers und Gastronomen zur eigenen Linie. Wie die verschiedenen Artikel für einen Merchandise-Shop zusammengestellt sein sollten und welche wirklich zum Charakter des Hauses passen, muss allerdings gut überlegt sein: Jedes einzelne Teil trägt dazu bei, das Haus zur Marke zu machen, seine Eigenständigkeit und Einzigartigkeit zu betonen – und damit genau die Gäste anzuziehen, die man gern beherbergen möchte.

Mit diesem Fokus unterstützen wir von Schneider seit Jahren Hotels und Unternehmen unterschiedlicher Größenordnung: Vor dem Hintergrund jahrzehntelangen Erfahrung mit Werbeprodukten erarbeiten wir individuelle Konzepte, lassen Artikel bei Bedarf exklusiv produzieren und beraten detailliert, wenn es um‘s Bedrucken geht. Damit alles, was Sie verkaufen, auch wirklich Ihre Handschrift trägt!

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(1)
https://www.sueddeutsche.de/reise/hotels-was-in-den-koffer-passt-das-verschwindet-1.3520405
(2)
https://www.wellness-heaven.de/wellness/studienergebnis-diebstahl-hotels/

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