Arbeiten zwischen den Jahren

@Work

Oh du fröhliche?! Übers Arbeiten zwischen den Jahren.

Veröffentlicht am 13. Dezember 2019

Wer in der letzten Woche des Jahres vor Ort die Stellung hält, wird oft von seinem Umfeld bedauert. Nimmt tapfer hin, dass es eben sein muss, zuckt die Schultern … und zieht’s heldenhaft durch. So zumindest die Außendarstellung.

Pssst: In Wahrheit finden es viele gar nicht so schlimm! Oder freuen sich sogar, die Puschen gegen die Arbeitsschuhe zu tauschen und statt Eierlikör den Bürokaffee zu schlürfen – das Arbeiten zwischen den Jahren hat nämlich viel Gutes zu bieten. Wenn man’s richtig angeht.

Entschleunigen.

Besonders in Städten und großen Firmen ändert sich viel, wenn große Teile der arbeitenden Bevölkerung dank Urlaub zuhause bleiben oder ganz woanders unterwegs sind:

Rush-Hour? Nicht mehr dieses Jahr.
Wie, was – ein Sitzplatz in der U-Bahn, kein Gedrängel im Bus? Und beim Bäcker bin ich auch sofort dran? Schon auf dem Weg zur Arbeit fühlt es sich gut an, gegen den (Urlaubs-)Strom zu schwimmen.

Im Postfach nur ein kleines Pling.
Weil nicht nur viele Kollegen, sondern auch Auftraggeber, Partner und Kunden jetzt frei haben oder mit reduzierter Mannschaft arbeiten, läuft die Kommunikation auf Sparflamme – und plötzlich können Antwortmails auch einmal warten, bis alle wieder im Boot sind. Herrlich!

Ist die Katze aus dem Haus …
… tanzen die Mäuse auf dem Tisch. Und klicken schon mal den einen oder anderen Streamingdienst an: Viele Firmen sehen es nicht so eng, wenn sich zwischen den Jahren ein wenig Freizeitvergnügen auf den Bildschirm schleicht, weil gerade nichts Akutes zu tun ist, aber eben jemand vor Ort sein muss.

Man gönnt sich ja sonst nichts.
Deswegen ist jetzt die beste Zeit, es sich im Büro so richtig nett zu machen. Leckere Pizza bestellen zu Mittag, sich albern über den schrägen Weihnachtspulli freuen, den man zur lockeren Jogginghose trägt (kein Dresscode heute!) und einfach mal die Musik ordentlich aufdrehen. Wenn in der Firma nichts dagegenspricht, dürfte ein bisschen Seele-Baumeln-Lassen vielerorts durchaus drin sein!

Hallo Büro, tschüss Tante Susi …
Seien wir ehrlich: Weihnachtliche Familienbesuche, -essen, -krisen und-katastrophen gehören zwar zu den Feiertagen dazu, aber irgendwann ist auch mal gut. Arbeiten zu „müssen“ ist auch ein eleganter Fluchtweg bei sozialem Overload!

Weichen neu stellen.

Lässt sich in Sachen Tagesgeschäft zwischen den Jahren eine ruhigere Kugel schieben, ist endlich Raum für alles, was das ganze Jahr über unter den Tisch fiel:

Weg mit dem Ballast.
Unterlagen, die eigentlich niemand mehr braucht und die trotzdem immer wieder an die Oberfläche kommen, fragwürdige Schubladen-Biotope, die 768 gelesenen Mails im Posteingang – weg damit! Und her mit einer neuen, sinnvollen Struktur.

In Ruhe größer denken.
Grundsätzliche Änderungen im Arbeitsablauf, Sonderprojekte, Produktideen … Oft werden gute Ansätze im Laufe des Jahres nicht weiterbearbeitet, weil immer irgendwas dringender ist. Zeit, sich einmal mit ihnen zu beschäftigen, ohne Störungen von außen oder sofortigen Erfolgsdruck.

Kollegen mit neuen Augen sehen.
Leert sich die Firma zwischen den Jahren, mischen sich die persönlichen Kontakte neu. Man trifft Kollegen in der Kaffeeküche, die man noch nie gesprochen hat, feste Grüppchen sind vorübergehend aufgelöst – eine prima Gelegenheit, Neues aus anderen Abteilungen zu erfahren und Arbeitsfreundschaften zu schließen!

Dankbar sein all den anderen da draußen.

Oft machen die Arbeitstage kurz vor 2020 es möglich, alles etwas ruhiger angehen zu lassen – in vielen Jobs ist aber auch das Gegenteil der Fall.

Deswegen an dieser Stelle schon mal ein herzliches Dankeschön an die Helfer, Retter, Gastronomiekräfte und alle anderen, die oft zwischen den Jahren eine Extraportion Einsatz bringen!

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