Orangerote Rose auf Holz

Frau Mustermann bloggt

Resterampenromantik.

Veröffentlicht am 27. März 2022

Urlaub im Ferienhaus ist pure Erholung: Man ist frei in der Zeitgestaltung, kann frühstücken, wann man will und dabei aussehen, wie man es eben tut, wenn die letzte Nacht viel zu lang war. Oder man es mit Hosen privat einfach nicht so hat.
Und wer einmal den ganzen Tag faulenzend drinnen bleiben möchte, muss keinem anklopfenden Reinigungsservice schamhaft erklären, wieso und dass man eigentlich gerade auf dem Sprung zum nächsten Sightseeing-Event gewesen wäre, wäre da nicht … Alles ganz entspannt! Entspannt genug, um wiederum auf allerlei Skurriles aufmerksam zu werden, das dem routinierten Ferienhausbucher immer wieder in der einen oder anderen Form begegnet.

Mehr Geräusch als Möbel

Gestatten: Das Kunstledersofa! Schon bei der Recherche für die persönliche Auszeit im Ferienhaus drängt es sich einem unweigerlich auf (bzw. ins Bild), je weiter südlich das Domizil, umso mehr. Aus unerfindlichen Gründen ist das kunstlederne, meist mittel- bis hellbraune Trumm aus früheren Jahrzehnten ein Dauerbrenner bei Ferienhausbesitzern. Vielleicht, weil abwischbar und somit besser zu reinigen als seine hautsympathischeren Textilkollegen? Schon bei seinem Anblick fühlt man sich nach einem Tag in heißer Sonne klebrig-quietschend in die Sitzposition ruckeln – und nimmt für seinen Urlaub dann lieber bei der Konkurrenz Platz. Oder wenigstens auf Kunstleder, das nicht aus den 70ern stammt und seinen sonnencremigen Be-Sitzer vollends entgleiten lässt.

Zusammen und doch ganz allein

Stichwort Resterampe: Obwohl sich mit Ferienhäusern gutes Geld verdienen lässt und sie immer beliebter werden, ist nicht jeder bereit, in dieses Kapital auch zu investieren: Rein kommt anscheinend, was irgendwo noch übrig ist, und sei es am Straßenrand. Der Urlauber sieht sich dann häufig einer Kombination unterschiedlichster Stile, Materialien und Dinge gegenüber, wie man es sich zuhause nicht zumuten würde: Muttis Pressplatte trifft Jugendmöbel und Gartenhocker an Glastisch neben antikem Schaukelstuhl, darüber schwebt staubig der Kunstblumenstrauß … dabei wohnt das Auge doch mit. Und der Gast freut sich, wenn man ihm ein harmonisches Umfeld bietet und ungeliebten Möbelballast besser anderweitig entsorgt.

Evolution im Küchenschrank

Untertassen bekommen viele kleine Untertassen, während der optimalgroße Kaffeebecher langsam und unbemerkt ausstirbt: Wir haben Fragen. Auch danach, ob das einzig vorhandene scharfe Messer, enorm groß ist es immerhin, für eine heimliche Mieterzielgruppe „Serienkiller“ spricht. Oder danach, wieso anscheinend mit einer fünfzehnköpfigen Truppe Schnapsliebhaber gerechnet wird und man auf Menschen, die von Tellern essen, eher wenig eingerichtet ist. Sei’s drum! So rechtfertigt sich direkt eine Shoppingtour vor Ort – um mit dem dort Besorgten wiederum neue Fragen beim Nachfolgemieter aufzuwerfen (und diesem auch gleich noch die dreizehnte Spezialsorte Tee dazulassen)!

Einfach mal abschalten (notgedrungen)

Auch zum Thema Technik im Ferienhaus gibt es nichts, was es nicht gibt. Oder was nicht nicht-gehen könnte. Neben Satellitenboxen, die den Kontakt nach oben schon lange verloren haben, batterielosen Fernbedienungen und undurchschaubaren Multimedia-Highend-Netzwerklösungen bleibt die Beleuchtung ein Dauerbrenner – oder eben auch nicht. Klassisch die (eine, einzige) Nachttischlampe ganz ohne oder mit kaputter Glühbirne. Genauso wie ihr gänzliches Fehlen, auf dass man es sich abends mit einem Buch und greller Seziertisch-Beleuchtung im Bett so richtig kuschelig machen möge … Ferienhausbesitzer, die ihr Domizil eigentlich gar nicht so gern mit anderen teilen möchten, zünden die letzte Stufe und sorgen dafür, dass die hauseigene Klimaanlage beim Anschalten hübsche Stromschläge verteilt und bitte niemals repariert wird – immerhin ein Abenteuer, von dem man zuhause berichten kann. Wenn man es denn noch kann.

Aber schön ist es doch, …

… einfach mal die Tapeten zu wechseln und sich über Schönes und Skurriles zu wundern, für das man letztlich nicht so verantwortlich ist wie in den eigenen vier Wänden. Und ein Kunstledersofa dann eben mit dem Badelaken abzusoften – wir sind ja nicht im Hotel, wo man es zur Reservierung des Liegestuhls bräuchte!

Ihre Frau Mustermann

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