Urlaubsplanung im Betrieb

Frau Mustermann bloggt

Toll oder Groll? Hilfe, die Urlaubsplanung!

Veröffentlicht am 29. November 2019

„Groll“ ist laut Duden „heimliche, eingewurzelte Feindschaft oder verborgener Hass, zurückgestauter Unwille, der durch innere oder äußere Widerstände daran gehindert ist, sich nach außen zu entladen, und Verbitterung hervorruft“. Die Urlaubsplanung in der Firma eignet sich hervorragend, dieses Gefühl zu päppeln. Wenn sie nicht funktioniert.

Der Groll steigt langsam auf. Wird runtergeschluckt, weggelächelt. Aber ganz verschwinden tut er nicht. Wenn man sieht, wie die Kollegin entspannt zum dreiwöchigen Strandurlaub entschwindet (den man selbst auch machen wollte). Oder wenn man am Brückentag mal wieder der Einzige vor Ort ist: Hättest eben schneller sein müssen! Das fiese Gefühl, ständig übersehen zu werden, zu kurz zu kommen und irgendwie der Depp beim Dienst zu sein, ist … fies. Und macht auch Muster-Mitarbeiter mürbe.

Urlaubsgroll-Grundlage 1: Locker-luftige Chefs.

„Macht das ruhig unter euch aus.“ Klar, das kann gut klappen bei einem eingespielten Team, in dem alle aufeinander Rücksicht nehmen. Es kann aber auch der perfekte Startschuss sein für Machtgehabe, böse Allianzen und giftige Blicke. Kollidierende Urlaubswünsche zusammenzubringen, auszugleichen und dabei im Auge zu haben, welche Projekte wann von wem bearbeitet werden müssen, ist gerade in kleinen Betrieben Chefsache.

Dabei hilft es ungemein, feste Regeln dafür zu haben, wer beim Urlaub gegebenenfalls im Vorteil ist – und die dann auch zu kommunizieren. Generell gilt, dass Urlaubswünschen weitgehend entsprochen werden soll, es sei denn, Betriebsinteressen sprechen (deutlich!) dagegen oder die Ansprüche von Kollegen, die unter sozialen Gesichtspunkten den Vorrang haben. Zum Beispiel die mit längerer Betriebszugehörigkeit oder Eltern von schulpflichtigen Kindern. Was rechtlich klar definiert und ja auch nachvollziehbar ist, eignet sich allerdings auch prima als …

Urlaubsgroll-Grundlage 2: Die Anspruchskeule.

Schulferien sind das eine. Aber sich grundsätzlich auch jeden Brückentag schon zu Jahresbeginn zu sichern, weil man ja schließlich Familie hat oder schon länger als Kollege X da ist … kann man machen. Muss man aber nicht. Und sollte man vor allem dann nicht, wenn einem der Teamgedanke – oder ein messerfreier Rücken – wichtig ist. Rücksichtnahme auf Kinderlose und neue Kollegen bringt nicht nur Sympathiepunkte, sondern beugt auch dem gefährlichen Grollen vor. Besser in Sachen Brückentagen ist faires Abwechseln (dies setzt wieder voraus, dass in der Firma übersichtlich und ordentlich geplant wird).

Übrigens: Wer mit der Anspruchskeule so richtig weit ausholt und seinen beantragten Urlaub antritt, ohne ihn offiziell bestätigt bekommen zu haben, könnte in die Knie gehen – Kündigungsgrund! Das bedeutet nämlich schlicht, unentschuldigt nicht zur Arbeit erschienen zu sein. Und da wir gerade beim Einfach-so-Verschwinden sind, beachten Sie auch …

Urlaubsgroll-Grundlage 3: Plötzliches Wegbeamen.

Eben noch wurden die Aufgaben verteilt und geklärt, wie es in Sachen Kundenpräsentation weitergeht, und plötzlich ist der beteiligte Kollege … einfach weg. Im Urlaub! Ein Buh für den Verschwindibus! Es sollte zwar selbstverständlich sein, bei einer Teamarbeit darauf hinzuweisen, dass man selbst eigentlich gar nicht mehr mitmachen kann – ist es aber leider nicht immer und nicht für jeden.

Sollte ein Sich-Davonschleichen in einer Firma öfter vorkommen, ist es Zeit, einmal übers Betriebsklima und eventuelle Überlastung der Kollegen nachzudenken. Und nebenbei auch dafür, einen für alle einsehbaren Urlaubsplan zu erstellen.

Toll statt Groll:

Mit einer fairen, abgestimmten und transparenten Planung fängt die Vorfreude noch früher an – ran an den Jahresurlaub 2020!

Ihre Frau Mustermann

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