Tag des Einhorns

Frau Mustermann bloggt

Und plötzlich hatte ich einen Einhorn-Schlüpper.

Veröffentlicht am 1. November 2018

Der erste November ist Tag des Einhorns. Immer noch, obwohl das tierparkferne Fabelwesen Trendscouts zufolge den Staffelstab inzwischen mit anderen Hype-Gestalten teilen muss. Aber wie kommt das? Und wieso hüllt sich eine gestandene Frau überhaupt in niedlich Bedrucktes?

Mit gehypten Tieren sind wahrscheinlich viele von uns aufgewachsen. Das fing schon bei der Friedenstaube an! In den Achtzigern zeigte man stolz eine schwarzohrige Maus auf dem T-Shirt oder den kleinen Beagle Snoopy mitsamt Flugbegleiter Woodstock. An der Seite des bekennend fetten, faulen und gefräßigen Katers Garfield muffelte es sich dann in der Schule viel besser durch den Montag. Anders als heute waren diese Comic-Kulttiere meistens in Geschichten zuhause – sie hatten einen Erfinder und wurden als Marke geschützt. Und: Es zeigten sich in erster Linie Kinder und Jugendliche mit den bunten Viechereien, die Erwachsenen weniger.

Einfach nur da sein: Weniger erwachsen ist auch ganz schön!

Seit es das Netz und Plattformen wie Youtube gibt, sind die geteilten „AAAW!“-Momente explodiert. Ein Katzenvideo geht immer noch! Es braucht keine Autoren mehr – das Leben selbst ist die Geschichte, und plötzlich kennt die ganze Welt die niedliche kleine Eule und das niesende Panda-Baby. Mal ehrlich: Besonders erwachsen ist das nicht. Aber will man das denn immer sein? Als ich mein Einhorn-Klamöttchen damals bezahlte, tat ich’s jedenfalls mit einem innerlichen Kichern. Kurz mal albern sein, kurz mal Aussteigen aus dem ganzen Funktionieren-Müssen, Planen und Optimieren, dafür eignen sich kleine Tierchen irgendwie ziemlich gut. Man muss sie nicht mal füttern. Und wenn man sie nicht mehr mag, kann man sie einfach in die Ecke stellen.

Es kam, sah und spuckte.

In den letzten Jahren gab es immer wieder tierische Stars, die alle möglichen und unmöglichen Produkte zierten. Zum Beispiel die riesenäugige Eule, gern zusammen mit weiteren Waldbewohnern wie dem Fuchs. Oder darf es ein Lurch sein, der über die Heckscheibe oder das Frühstückbrettchen huscht? Das Einhorn, von Anfang an erfolgreich wie kaum ein anderes Geschöpf, wurde nicht nur zum Mädchenschwarm, sondern dank seiner irgendwie eigensinnigen Art sogar zum Symboltier der Start-up-Szene. Aber die ist ja bekanntlich schnelllebig: Wer heute Abwechslung von der kreativen Regenbogen-Spuckerei braucht, lässt den Einhorn-Schlüpper einfach mal im Schrank und wendet sich den Lieblingen der Stunde zu – dem Lama und seinem Verwandten, dem Alpaka.

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Es lebe die Gemütlichkeit!

Ja, das abhängende Faultier und das dauercoole Lama machen den Alltagsstress irgendwie flauschiger. Der Flamingo dagegen sagt „Freizeit!“ auf knallige Art: Bein hoch und einfach locker rumstehen. Tiere, die es sich sichtbar gutgehen lassen, haben gerade besonders viele Fans. In einer Zeit, die sich für viele von uns oft unsicher und unbeständig anfühlt, dürften diese Eigenschaften auch weiter hoch im Kurs stehen.

Aber wie wäre es denn andersrum damit, sich einmal selbst von den tierischen Stellvertretern inspirieren zu lassen? Was spricht dagegen, zwei Tage komplett zwanglos abzuhängen wie ein Faultier? Oder dem cholerischen Kollegen einfach mit der vollen Wucht der Lama-Unbeeindruckbarkeit gegenüberzustehen – wenn nötig auch eine halbe Stunde? Zum Spucken muss es dann ja vermutlich gar nicht mehr kommen. Vermutlich, wie gesagt …

Entdecken Sie das Tier in sich!

Herzlichst, Ihre

Frau Mustermann

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