Sprösslinge in einer weißen Schale

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Unternehmenskultur – kann man das kaufen?

Veröffentlicht am 30. April 2021

Wer sich bewirbt, informiert sich heute gern vorab: Was sagt man im Netz über die Arbeitsatmosphäre im Unternehmen? Wie geht man dort mit neuen oder älteren Mitarbeitern um? Was wird über den Führungsstil berichtet? Und und und … Kurz, es geht um die Unternehmenskultur. Aber was genau ist das eigentlich? Und was können Firmen tun, um in dieser Disziplin von Anfang an zu punkten? Fragen und Antworten zu einem Faktor, der immer wichtiger wird.

Schreibtisch mit gefüllter Lunchbox

Was versteht man unter Unternehmenskultur?

Unternehmenskultur ist ein schwer fassbarer Begriff, denn sie ist kein starres Konstrukt, sondern auch ein soziales Phänomen: Hier wirken Strukturen, Werte, Normen und Überzeugungen aller im Unternehmen Tätigen zusammen. Ungeschriebene Verhaltensregeln zählen ebenso dazu wie die Firmenphilosophie, die Art der Architektur und die Office-Einrichtung. Eine gute Unternehmenskultur ist lebendig und wandelbar, ihr Charakter spiegelt sich im Employer Branding und in der CI des Unternehmens.

Was bringt’s dem Unternehmen?

Eine gute Unternehmenskultur motiviert und bindet Mitarbeiter – und ist damit auch als Wettbewerbsfaktor nicht zu unterschätzen: Zufriedene Mitarbeiter sind seltener krank, arbeiten produktiver und bringen sich und ihre Kreativität gern ins Unternehmen ein. All das schafft ein angenehmes, inspirierendes Arbeitsumfeld, von dem alle profitieren.

Wandgarderobe aus Edelstahl mit Tasche und Jacke

Warum wird die Unternehmenskultur wichtiger?

In einer Zeit des steigenden Bedarfs an gut ausgebildeten Young Professionals müssen sich Unternehmen zunehmend dem Vergleich stellen. Und wo es auch menschlich und atmosphärisch stimmt, geht man einfach lieber hin – und bleibt auch lieber. Kickertisch und Macchiato-Flatrate reichen da oft als Argumente nicht aus. Zudem ist die Aufmerksamkeit hinsichtlich psychischer Gesundheit gestiegen, und Themen wie Mobbing, Burnout und innere Kündigung sind heute nicht nur in den Medien, sondern auch im Bewusstsein der Arbeitnehmer präsent. Eine wohltuende Unternehmenskultur kann hier den Ausschlag geben – für oder gegen eine Bewerbung.

Was hat das mit Onboarding zu tun?

Der Onboarding-Prozess kennzeichnet die entscheidende Zeit, in der sich die Neuen mit dem Unternehmen identifizieren können – oder eben nicht. Wer frisch im Unternehmen ankommt, sieht es unvoreingenommen von außen, nimmt dessen Kultur oft sensibler wahr als die „alten Hasen“ und ist empfänglicher für positive, aber auch negative Signale.

Zwei Taschen aus braunem Papier mit Gemüse und Brot

Was sollte drin sein für Bewerber?

Ein gutes Betriebsklima, das von Respekt und Wertschätzung geprägt ist, dazu Teamgeist, Transparenz, Spaß an der Arbeit: Was sich Bewerber wünschen, klingt heute in den meisten Branchen ähnlich. Auch Faktoren wie Weiterbildungschancen, Freiraum für eigene Ideen und Work-Life-Balance wollen die meisten in einer guten Unternehmenskultur fest verankert wissen. Und das nicht nur auf dem Papier!
Vertritt und lebt ein Unternehmen seine Werte, spüren Bewerber das oft schon bei der ersten Kontaktaufnahme. Die Kommunikation ist dabei der wichtigste Faktor: Bereits in der Stellenanzeige sollte ehrlich beschrieben sein, wie das Unternehmen „tickt“. Im späteren Onboarding-Prozess kann eine freundliche, verbindliche Kommunikation – sowohl im E-Mail-Verkehr als auch vor Ort – die solide Grundlage für das zwischenmenschliche Miteinander schaffen.

Wie werden die „Neuen“ in die Unternehmenskultur eingebunden?

In erster Linie gilt: Nicht reden, sondern machen. Durchdachte Onboarding-Maßnahmen helfen beim Ankommen in der neuen Arbeitsumgebung, idealerweise erklärt und begleitet von einem festen „Paten“. Viele Unternehmen pflegen ein kleines Handbuch für neue Mitarbeiter, das die Kultur und Leitlinien des Unternehmens schlüssig zusammenfasst. Das gebrandete Onboarding-Paket am neuen Arbeitsplatz ist schon fast ein Klassiker!

orangefarbenes Sofa vor bodentiefem Fenster

Was hat die Office-Gestaltung damit zu tun?

Viel! Die Arbeitsumgebung spiegelt eine Unternehmenskultur weitaus besser als es vollmundige Statements können: Wie fühlen sich die Räumlichkeiten an? Setzt man sich hier gern zusammen? Lädt die Kaffeeküche ein zum gemeinsamen Energietanken zwischendurch? Kümmert man sich hier um gesunde Sitzmöglichkeiten für alle Beschäftigten – oder werden die alten Schreibtischstühle gern den Praktikanten zugeschoben? Sichtbar gepflegte Büroräume sagen ebenso viel aus über das herrschende Klima wie die Art der Möblierung und die Office-Ausstattung.

Ist eine Unternehmenskultur veränderbar?

Ja – sofern die Beteiligten mit einbezogen werden. Will man an einer negativen Unternehmenskultur arbeiten, so ist das ein Prozess, der alle betrifft und auch möglichst von allen getragen werden muss.
Eine von oben „verordnete“ Kultur hat es schwer, sich durchzusetzen; dagegen führen Veränderungen, die gemeinsam erarbeitet und „gelebt“ werden, langfristig zum Erfolg.

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