Drei Hängeleuchten im Retro-Stil, gelb, lila und grün, vor blauer Wand

Insights

Vintage, Retro oder Used Look? Was das heißt und wie wir den Trend gekonnt umsetzen.

Veröffentlicht am 25. Februar 2022

Eine Prise Geschichte, ein Hauch mehr Persönlichkeit. Oder auch das gewisse Etwas, das einen modernen Wohnstil noch lebendiger macht: Vintage-Elemente sind für viele aktuelle Einrichtungskonzepte das Tüpfelchen auf dem i. Wir erklären die Unterschiede und geben Tipps für den gezielten Einsatz der begehrten Vintage-Möbel.
Beistelltisch aus Holz im Retro-Stil mit aufklappbarem Glasdeckel
Ursprünglich stand der englische Begriff „Vintage“ für einen besonders guten Wein-Jahrgang, erlesen und von hervorragender Qualität. Was wir heute unter Vintage verstehen, hat zwar mit Wein nichts mehr zu tun, mit Kostbarkeiten aus der Vergangenheit dafür schon: Wir schätzen Schönes mit Geschichte, das durchaus Spuren seines langen Lebens tragen darf! Patina, kleine Kratzer und Gebrauchsspuren gehören dazu und veredeln Möbel, die sich reizvoll in viele moderne Stilrichtungen einfügen. Designs aus der Zeit zwischen 1950 und 1970 sind aktuell besonders gefragt – Möbel in schlichter, organischer Form und mit abgerundeten Ecken.

Auch aus den aktuellen Schneider Stilwelten sind Möbel im Vintage-Look nicht wegzudenken. So lebt z. B. „Urban Living“ vom Kontrast aus „gelebten“ Einzelstücken und funktionalem Design, „Rural Romance“ feiert die Schönheit üppigen Dekors aus vergangenen Epochen, und Outdoor-Möbel machen die Patina zum Stilelement. Für alle, die diesen Trend ebenso lieben wie wir, hier eine kurze Begriffsklärung:

moderner Tisch mit Stühlen, Lampen und Vasen vor Retro-Tapete

Vintage

Strenggenommen werden Möbel nur als „Vintage“ bezeichnet, wenn sie wirklich Originale sind. Mindestens 25 Jahre alt sollten sie sein, sagen viele. Andere legen sich fest auf Jahrgänge zwischen 1920 und 1980 – was vor 1920 hergestellt wurde, geht bereits als Antiquität durch.

Retro

Möbel im „Retro-Stil“ greifen die Form- und Farbgebung vergangener Stilrichtungen auf. Die Produkte sind neu, wurden nach berühmten Vorbildern gefertigt oder mit Design-Elementen aus der Vergangenheit versehen – der organischen Form des Nierentischs zum Beispiel oder den konischen Beinen von Polstermöbeln.

Vintage-Look

Möbel im „Vintage-Look“ sehen alt und gebraucht aus, sind es aber nicht: Sie setzen Gebrauchsspuren bewusst als dekorative Stilelemente ein. Oft sind sie keineswegs weniger hochwertig als die Originale, dafür aber leichter zu finden! Auch der „Shabby Chic“ gehört dazu. Oftmals lassen sich „Retro“ und „Vintage-Look“ nicht klar voneinander trennen.

Used Look

Auch der “Used Look” bezeichnet Artikel, die gebraucht wirken, aber in der Regel neu gefertigt wurden. Eine Aussage über die zitierte Epoche oder das Jahrzehnt ist das aber nicht. Ist ein Möbelstück dagegen „Second Hand“, so heißt das schlicht, dass der Artikel schon in Gebrauch war. Auch Möbel aus recyceltem Holz sind „used“: Hier greift man auf bereits einmal verarbeitetes Material zurück und versucht damit, auch in der Möbelherstellung nachhaltiger zu denken und zu handeln.

Einrichtungs-Upgrade mit Vintage-Elementen: So funktioniert’s!

Holzkommode mit vielen Schubladen und spannender Oberflächenstruktur
1. Weniger ist mehr
Überladen Sie den Raum nicht! Viele Möbel im Vintage-Look wirken als Einzelstücke am besten. Arrangiert man zu viele nebeneinander, wirkt es leicht wie in „Omas guter Stube“; werden sie jedoch sparsam in moderner Umgebung inszeniert, können spannende Brüche entstehen.

2. Vintage + modern = lässig
Am besten kommen Vintage-Möbel zur Geltung, wenn sie mit einem modernen Stil kombiniert werden: So passen Retro-Elemente z. B. gut in ein skandinavisches Ambiente oder in Räume, die überwiegend im Industrial Style gestaltet sind.

3. Spannende Material-Kontraste
Setzen Sie bei der Raumgestaltung mit Vintage-Möbeln auf starke Materialkontraste – z. B. weichen Samt und hartes Metall, kühles Glas und warmes Holz. Das verleiht der Einrichtung die moderne Note.

4. Gemeinsames betonen
Bei aller Unterschiedlichkeit sollten sich dennoch Form, Material und Farbe der einzelnen Möbel wiederholen, damit sie nicht beliebig zusammengestellt wirken. Ein schlüssiges Farbkonzept gibt dem Raum Halt.
Blumenübertopf in Form eines Frauenkopfs aus Stein, gefüllt mit bunten Blumen
5. Deko allein reicht nicht
Einrichtungs-Experten empfehlen, jedem Möbel eine „Aufgabe“ im Raum zuzuweisen. So integrieren sich auch charakterstarke Vintage-Stücke viel selbstverständlicher und werden nicht zum dekorativen Selbstzweck.

6. Die Retro-Tapete
… ist ein besonderer Hingucker: Sie spielt mit starken grafischen Mustern und auffälligen Designs und sollte daher sparsam eingesetzt werden.

7. Spielen Sie!
Die Gestaltung mit Vintage-Möbeln ist immer auch ein Spiel mit Epochen, Deko-Elementen und bewussten Brüchen. Und das darf ruhig Spaß machen – bunte Lampenschirme, verschnörkelte Leuchter und knallige 70-er-Sitzschalen geben dem Wohnen im Vintage-Stil Pepp und Leichtigkeit!

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