Von Messen und Menschen.

Frau Mustermann bloggt

Von Messen und Menschen.

Veröffentlicht am 15. Februar 2019

Schauen und staunen, Geschäfte anbahnen, Informationen (und gern noch viel mehr) abgreifen … Messen sind eine eigene, abgeschlossene Welt auf Zeit. Ein Dschungel, in dem die unterschiedlichsten Besucher-Typen der Gattung „Homo Messiensis“ unterwegs sind! Kennen Sie die schon?

Der Netzwerker

Er landet wie mit einem Kopfsprung als Fisch im Wasser. Im Minutentakt trifft er auf Kollegen, lockere Bekanntschaften und engere Kontakte. Visitenkarten spielt er im perfekten Moment aus und nimmt ebenso geschmeidig das Blatt des Gegenübers entgegen. Er hat sich schon im Vorfeld bestens informiert, kennt die aktuellsten Trends der Branche und lässt immer wieder Mitarbeiter grüßen, die gar nicht vor Ort sind. Es scheint, als würde er einfach jeden kennen – ob’s stimmt, weiß nur er allein. (Aber ist das wirklich wichtig?)

Der Mitläufer

Noch nicht lange im Job oder in der Firma, merkt man ihm an: Es ist sein erstes Mal! Erschlagen von der Fülle und noch etwas wackelig in der eigenen Rolle, bemüht er sich an der Seite Messe-erfahrener Kollegen, die Flut an neuen Informationen zu verdauen. Gern kompensiert er seine Unerfahrenheit, indem er Infomaterial sammelt, Fotos schießt und interessierte Zwischenfragen stellt. Schließlich durfte er das stickige Büro für einen Tag gegen schlecht belüftete Messehallen tauschen – und dafür ist er dankbar.

Der Stratege

Mit ihm erleben wir Effizienz in freier Wildbahn. Der Messeplan wurde schon lange installiert und zeitnah mit seinem eigenen überschrieben: Seit Wochen steht fest, wann der Stratege wo mit wem ins Gespräch kommen wird und was es dabei zu erreichen gilt. Ausdauernd und ohne jede Spur von Müdigkeit, holt er aus jedem Messebesuch, was geht. Knurrig wird er nur, wenn seine filigrane Planung von außen gestört zu werden droht: Ein Genie, das man einfach machen lassen sollte! Auf seine aufwändige Powerpoint-Präsentation der Messe-Erlebnisse können sich die daheimgebliebenen Kollegen schon jetzt freuen.

Der Abgraser

Wie mit dem Röntgenblick sieht er sofort, wann, wo und wie es etwas zu holen gibt. Durch stetige Übung hat er es zu einiger Raffinesse gebracht: Die großformatige Tragetasche, die schon nach wenigen Messe-Minuten in seinen Besitz übergeht, ermöglicht ihm das systematische Abgrasen der Folgestände. Ob Trinkflasche, zwei Kilo Werbeprospekt oder Antifalten-Cremeprobe: Alles muss mit. Geschickt umschleicht er auch den Stand mit den Knabbereien, um im richtigen Moment zuzugreifen. Auch das ist Höchstleistung und strengt an! Deswegen findet man ihn zum Ende des Tages in der Zone mit den Massagesesseln, wo er erschöpft, aber zufrieden über seiner Beute lächelt.

Der alte Hase

Ein bisschen dem Netzwerker ähnlich, kommt der alte Hase doch aus einem anderen Stall: Er blickt auf viel Erfahrung zurück und kann die Branchenentwicklung der letzten 20 Jahre aus dem Stand und im Detail ausdiskutieren. Sein Netzwerk wurde nicht in den sozialen Medien gebastelt, sondern in jahrzehntelanger Real-Zusammenarbeit. Alte Hasen machen die Messe zum Klassentreffen!

Und immer wieder: Der Gestrandete

Mal kopfunter auf einer Bank, mal mit hungrig-verwirrtem Blick, mal nur noch auf Söckchen: Ihn trifft man zum Ende des Tages immer häufiger an. Denn auch wenn er kein Messe-Neuling ist, so unterschätzt er doch immer wieder, wie fordernd ein oft gigantisches Messegelände ist – mit seinen Luftverhältnissen, den Menschenmassen und dem Gewusel von Botschaften. Nicht nur für die Füße, sondern auch in Sachen Konzentration. Er könnte vom Strategen noch einiges lernen!

Gute Geschäfte und viel Spaß & Beute auf Ihrer nächsten Messe wünscht
Ihre

Frau Mustermann

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