Weihnachtslust und -frust in der Firma? Geschenkt!

Frau Mustermann bloggt

Weihnachtslust und -frust in der Firma? Geschenkt!

Veröffentlicht am 30. November 2018

Das ganze Jahr arbeitet man zusammen, oft gut, manchmal auch ein bisschen geht-so. Und nicht nur privat, auch im Job wird zum Ende des Jahres Bilanz gezogen. Es wird motiviert, geschenkt, gefeiert – und ab und an auch ordentlich frustriert!

Beim Weihnachtsgeld zum Beispiel: Grundsätzlich eine klare, faire Angelegenheit, jeder in der Firma kriegt es. Nur: Das Weihnachtsgeld stirbt aus, ganze Branchen kennen es heute gar nicht mehr. Fürs gute Gefühl sollen mittlerweile andere Dinge sorgen, zum Beispiel die Weihnachtsfeier oder kleine Geschenke. Und weil der (Ur-)Affe in uns Aufmerksamkeit möchte und wissen will, wo in der Horde er steht, sollten sich Firmen gut überlegen, wie sie ihn füttern …

Geben ist seliger denn Bunkern

Apropos Geschenke: Was schimmert denn da unter der Tür vom Abteilungsleiter durch? Es ist der gefühlte Abglanz seines großen Gabentisches, voll von edlen Leckereien und praktischen Goodies, alles Geschenke von Lieferanten und Partnern – die er wie selbstverständlich für sich behält. Kommt Ihnen das bekannt vor? Dann kennen Sie bestimmt auch das innerliche „Grrrrr!“, das so ein wortloses „Ich bin eben der Chef, basta“ unter den Kollegen auslösen kann. Weihnachtlich ist so ein Verhalten sicher nicht.

Wie sähe zum Beispiel die Weihnachtsgeschichte aus, wären die heiligen drei Könige mit dem Gold durchgebrannt, orientierungslos dank Weihrauch-Dröhnung und Myrrhe-Flash? Das Christkind hätten sie vermutlich nie gefunden, geschweige denn beschenkt. Eine triste Angelegenheit, genau wie das Gefühl derjenigen, mit denen die Anerkennung für ein Jahr gute Arbeit nicht geteilt wird. Deshalb, liebe Chefs: Macht doch einfach eine Verlosung und werdet vom Hamster zum Gönner!

Apropos gönnen: Weihnachtsfeiern sind gut gemeint!

Es ist kein Geheimnis, dass vielen etwas Weihnachtsgeld, ein Bonus oder ein Extra-Urlaubstag lieber wären als so eine Weihnachtsfeier. Auf die man oft irgendwie gar keinen Bock hat in der stressigen Vorweihnachtszeit. Schade! Denn hier kann man doch endlich mal aus seiner Blase raus und Kollegen besser kennenlernen, denen man sonst höchstens im Treppenhaus begegnet. So ein Kennenlernen muss ja nicht nur unter dem Tisch stattfinden, unter den man sich miteinander trinkt …

An Feiern teilzunehmen statt sich irgendwie rauszumogeln zeigt auf jeden Fall Wertschätzung nach „oben“: Oft ist nämlich wirklich etwas Nettes geplant! Besonders gut meinte es zum Beispiel der Vorstand einer nordrhein-westfälischen Handelsfirma, der den 75 Anwesenden auf der Weihnachtsfeier je ein nagelneues Tablet schenkte, den 25 Daheimgebliebenen dagegen nicht. Wer nicht dabei war, bekam halt keins – eine Klage dagegen blieb erfolglos. Es war nämlich, so befand das Gericht, durchaus in Ordnung, Kollegen für die Teilnahme besonders zu belohnen.

Also: Besser mitmachen, man weiß nie, was da noch so alles drinsteckt!

Eine schöne Adventszeit wünscht Ihre

Frau Mustermann

PS: Vor eventuellem Weihnachtsfrust seiner Angestellten hatte der Glasfabrikant Ben Horton im US-amerikanischen Hortonville, Wisconsin offensichtlich nicht die geringste Angst – er schenkte jedem von ihnen eine Schusswaffe, die sie sich sogar selbst aussuchen durften. In Sachen „Geist der Weihnacht“ ein echter Elefant im Porzellanladen und in Deutschland wohl eher nicht das Präsent der Wahl. Und das ist auch gut so! (Für die Reaktionen einfach mal „Ben Horton, Hortonville“ googeln …)

Teil diesen Beitrag mit deinen Bekannten und Kollegen!