Weihnachtsfeier im Betrieb

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Zeigt mal, wie die Firma feiert! Was die Weihnachtsfeier verrät.

Veröffentlicht am 6. Dezember 2019

Schampus oder Glühwein? Bogenschießen im Team oder Lametta im Großraumbüro? Wie gefeiert wird, ist keine Geschmacksfrage, sondern fast schon ein Politikum. Vor allem aber lässt sich daran so manches über die Unternehmenskultur und die aktuelle Stimmungs- und Wirtschaftslage der Firma ableiten.

Nur ein bisschen zusammen feiern? Nicht doch, die Weihnachtsfeier ist viel mehr als das: Als heimlicher Gradmesser für die Unternehmenskultur sagt sie oft mehr aus als manch vollmundiges Employer Branding-Statement auf der Firmenwebsite. Schon immer war die Feier zum Jahresende ein wichtiges Zeichen des Arbeitgebers gegenüber der Belegschaft – Anerkennung und Motivationsschub, aber auch ein Indiz dafür, wo sich die Firma sieht und was sie ihren Mitarbeitern anbieten kann.

Check-up zum Feierabend

Lachs Präsent Heißt im Klartext: Wer einen zuverlässigen Einblick in die Firmenkultur gewinnen möchte, tut gut daran, sich über die letzte Weihnachtsfeier zu informieren. Die ein oder andere Frage ist ja durchaus erlaubt.

Hummer oder Wiener Würstchen?
Hummer ist nicht jedermanns Sache. Aber natürlich zeigt so eine Wahl deutlich: Bei uns läuft’s! Hier wird nicht gekleckert! Auch die Weihnachts-Klassiker von Reh bis Ente deuten auf eine wohlwollende Geschäftsleitung hin. Bei allzu kümmerlichem Catering liegt der Verdacht allerdings nahe, dass auch an anderer Stelle kräftig gespart wird. Merke: Nudelsalat allein reicht zur Weihnachtsfeier wirklich nicht!

Geschmückter Konfi oder Event-Location?
Manch ein Großunternehmen mietet gern mal eine ganze Kirche für die Xmas-Party an und zeigt damit, dass man der Belegschaft etwas wirklich Besonderes bieten will (und kann). Die anderen reservieren im Restaurant oder trimmen einfach die Firma auf weihnachtlich – meist eine Frage der Mannschaftsgröße. Vorteil des Heimspiels: Die eigenen Räume festlich zu schmücken verbindet und hat fast etwas von gemeinsamem Heiligabend. Ausschlaggebend ist hier nicht das wo, sondern das wie!

Engtanz oder Totentanz?
Wie viele kommen zur Feier? Sind alle Chefs mit von der Partie oder drückt sich einer? Nimmt man die letzte S-Bahn oder teilt man sich später ein Taxi? Alles Fragen, die viel über die Unternehmenskultur verraten, und darüber, ob sich die Mitarbeiter wohl und verbunden fühlen. Kurz gesagt: Erscheinen von über 100 Kollegen nur knapp 20 zur Feier, lässt sich das zu Recht als Alarmsignal verstehen.

Sportlicher Aktionismus oder aktiver Trinksport?
Vorbei die Zeiten, in denen sich die Weihnachtsfeier auf ein 3-Gänge-Menü beschränkte und es danach nur noch um die Frage ging, wer selbiges als erster wieder von sich geben würde. Heute gibt man den Kollegen gern etwas zu tun, bevor sie zum gemütlichen Teil übergehen dürfen: Aktivitäten wie Bosseltour, Geocaching oder Eisstockschießen könnten darauf hindeuten, dass man im Betrieb auch sonst Wert auf Team- und Sportsgeist legt. Vor allem aber hat man sich Gedanken gemacht, und das zählt.

Lange Rede oder kurzer Prozess?
Ewig lange Reden können zwar langweilen, aber wenn so gar keiner irgendetwas sagt, macht das auch misstrauisch: Wird hier eine drohende Kündigungswelle totgeschwiegen? Ist die Chefetage so zerstritten, dass man sich nicht mal auf den Inhalt der Ansprache einigen kann? Oder hat man den Angestellten wirklich nichts mehr zu sagen? Eine nicht zu lange, herzliche Rede, verbunden mit einem dicken Dankeschön an alle – soviel sollte auf jeden Fall drin sein.

An der Weihnachtsfeier scheiden sich die Geister.

Es gibt nur wenig andere Feierlichkeiten, die so viele überzeugte Gegner und begeisterte Befürworter aufweisen können: Was für die einen lästige Pflicht ist, ist für die anderen der krönende Abschluss des Arbeitsjahres. Und jeder hat so seine Gründe.

Ein Machtinstrument von oben …

… sei das, klagen die Gegner. Eines, das unnötig Druck aufbaut, weil ein Nichterscheinen als unkollegial und desinteressiert ausgelegt wird. Ganz abgesehen davon, dass auch noch erwartet wird, sich bei der Organisation zu beteiligen. Eine scheinheilige Veranstaltung, finden andere. Eine, bei der enthemmter Alkoholkonsum eine Harmonie vorgaukelt, die es de facto nicht gibt: Verfeindete Teams verbrüdern sich bei zwei Promille, um sich in der nächsten Woche erneut das Wasser abzugraben. Wer nicht trinkt, ist raus.

Ein Highlight auf Firmenkosten!

Leuchtsterne outdoor Als solches wird die Weihnachtsfeier von ihren Fans bejubelt: Weil sie verbindet und versöhnt, Hierarchien zumindest vorübergehend außer Kraft setzt und allen Gelegenheit gibt, die Kollegen mal von einer ganz anderen Seite kennenzulernen. Abgesehen davon gilt es, die Großzügigkeit der Geschäftsleitung und die Mühen des Orga-Teams zu honorieren … Entscheidendes Argument der Befürworter: Wer nicht dabei ist, verpasst die größten Ausrutscher, die entlarvendsten Peinlichkeiten und den besten Gesprächsstoff. Wir finden, dafür lohnt es sich auf jeden Fall.

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